Bachhausen. Bereits seit 2012 hat die ev. Kirchengemeinde Bachhausen auf dem Weihnachts – und Ostermarkt einen Stand an dem nur Ware aus eigener Herstellung verkauft wird und deren Erlös auch nur eigenen Projekten zugutekommt, oder wie im letzten Jahr, an eine ausgewählte Einrichtung gespendet wird. „Gemeinsam geht’s besser und wo Bachhausen draufsteht, soll auch Bachhausen drin sein“, so die Devise im kleinen Dorf am Roßbach, das so großes zu leisten im Stande ist. Denn auf Nachfrage bei Werner Haubner, der hier über 40 Jahre als Kirchenpfleger tätig war, wurden seit 2013 schon knapp 17 000 Euro aus den Verkaufserlösen erwirtschaftet. Das auch in diesem Jahr der Verkauf bestens lief bestätigte die seit sechs Jahren tätige Organisatorin Hildegard Großhauser: „Wir haben in diesem Jahr durch den Verkauf am Markt und danach bei der Tankstelle Stiegler, 1265 Euro an Einnahemn erzielt“, sagte sie erfreut. Weiter sagte Großhauser, die auch Mitglied im Kirchenvorstand ist, dass die Bachhausener Evangelen, traditionell, mit einem großen Warenangebot vertreten sind und es hat sich auch schon einen große Fangemeinde gebildet, die förmlich schon auf die Angebote, vor allem die kulinarischen Spezialitäten, wie der Hagenbutten – oder Quittenmarmelade, die nach Großmutters Rezepten, von Marianne Kanzler oder Ingrid Lemnitzer hergestellt werden, warten. Auch das Kunsthandwerk von Herbert Brandl und Robert Großhauser, sowie die Tür – und Tischkränze von Tina Fürst – Kanzler, haben ihre Kundschaft. Tee und Ringelblumensalbe von Irmgard Kostka, sorgen für Wohlbefinden und Heilung kleiner Blessuren. Kerzen und Weihnachtskarten gestaltet Gabi Harrer mit viel Kreativität. Auch selbst geriebener Kren ist eine immer angefragte Spezialität. Die selbst genähten Mützen von Marion Kleinöder, Strümpfe von Renate Lachner oder die Lebkuchen und Plätzchen von Luise Finsterer und Marianne Haubner, runden das Angebot ab. Auch wer in diesem Jahr am Stand verweilen wollte, bekam mit dem selbst kreierten „Glühspritz“, bestehend aus Aperol, Weißwein und Apfelsaft ein wärmendes Getränk kredenzt. Wie Hildegard Großhauser erfreut feststellte, sind die neuen von der Gemeinde angeschafften Marktstände, komfortabel aber vor allem mit Stromanschluss für Heizung und Lichtausgestattet, für die freiwilligen Verkäufer eine gerne genommene Verbessrung von Bequemlichkeit und Wärme. Blickt man auf die Entstehungsgeschichte muss man vor den Initiatoren schon den Hut ziehen, denn man hat mit diesem Verkaufsaktionen nicht nur die Aktivitäten der Gemeinde, sondern auch den eigenen Dorfmittelpunkt, die Petruskirche und ihr Umfeld, gestärkt. Ideengeberin war im Jahr 2012 Pfarrerin Margit Walterham, die bis 2022 hier ihren Pfarrdienst ausübte. Beim Anruf an ihrem neuen Dienstort, St. Stefan, in Lindau im Bodensee, erinnerte sie sich gerne an ihren Beweggrund diese Marktbeteiligung ins Leben zu rufen. „Wir bekamen im Jahr 2012, zur Sanierung der Kirche, eine großen Zuschuss von der Gemeinde und ich war mit dem damaligen Kirchenvorstand einig, dass wir im Umkehrschluss auch die gemeindlichen Veranstaltungen wertschätzen und daran teilnehmen sollten. So entstand diese Idee, die noch heute so gut angenommen wird“, erzählte sie mit einem schönen Gruß an die „Alte Heimat“. Werner Haubner ergänzte dann, dass damals die Kirchengemeinde Bachhausen trotz einiger Fördergelder, noch ein Darlehen aufnehmen musste, und auch für dessen Tilgung wurden die Erlöse der Markaktionen und des Sommerfestes, das ebenfalls von Walterham initiiert wurde, hergenommen wurden. So ist in Bachhausen auch das „Wir“ Gefühl durch die Einbeziehung der Bewohner nachhaltig verbessert worden und die Initiatoren vom Kirchenvorstand bekundeten: „Jeder Beitrag ist willkommen und wir planen schon jetzt unsere nächste Aktion, denn „Nach dem Weihnachtsmarkt – ist vor dem Ostermarkt“. Auch Pfarrer Alexander Proksch, der aktuell die Geschicke der Kirchengemeinde und der Landlpfarrei leitet, zeigte sich erfreut und dankbar über diesen Gemeinschaftssinn und die stete Fortsetzung dieser Tradition. Sie habe so der Geistliche, auch so manche wichtige Anschaffung, für Kirche, Gemeindehaus oder Anlagen, auf dem kurzen Dienstweg ermöglicht.