Das Partnerschaftskomitee Rottendorf hat wieder einmal einen berauschenden Chansonabend geboten. Dazu sind auch von weiter her interessierte Zuschauer eigens angereist. Und man darf wohl sagen, sie wurden nicht enttäuscht!
Zunächst trug Philippe Huguet ein paar wissenswerte Fakten über das Leben des Komponisten vor, um den sich der Abend drehte: Astor Piazzolla. Als Sohn italienischer Eltern in Argentinien geboren, wanderte er wegen der schlechten wirtschaftlichen Lage mit vier Jahren in die USA aus. Bald schon kristallisierte sich sein musikalisches Talent heraus und wurde gefördert. Die Rückkehr nach Argentinien brachte ihn mit dem Tango in Kontakt, ein echtes Schlüsselerlebnis.
Lange lebte Piazzolla in Paris, während der Militärdiktatur in Italien, aber es zog ihn immer wieder nach Argentinien zurück. Musikalisch beeinflussten ihn Größen wie Ravel, Strawinsky, Bartók und Hindemith. An diesem Abend standen seine Kompositionen zum Tango Argentino auf dem Programm, die Verknüpfung des französischen Chansons damit. Berühmtheiten wie Milva oder Georges Moustaki sangen sie bereits. In Rottendorf wurden sie von Philippe Huguet vorgetragen.
Mit Fug und Recht kann man behaupten, dass er seine Zuhörer in Bann schlug! Kein Wunder, dass er dafür mit donnerndem Applaus belohnt wurde und das Publikum zwei Zugaben herausschinden konnte. Der gesamte Abend war so harmonisch, dass alle beschwingt und bereichert den Konzertsaal der Rottendorfer Sing- und Musikschule verließen.
Noch dazu war die Darbietung absolut professionell. Philippe Huguet, der aus Besançon stammt, hat nach seiner Lehrerausbildung eine Schauspieler- und Gesangsausbildung durchlaufen, die er mit einem Diplom als Opernsänger abschloss. Übrigens in Mannheim. Überhaupt ist er viel in ganz Deutschland unterwegs. Schön, dass Europa nicht mehr in Kleinststaaten unterteilt ist!
Für einen anderen Wohlfühlaspekt der Zuschauer sorgten eifrige HelferInnen des Partnerschaftskomitees. In der Pause verwöhnten sie die Gaumen nicht nur mit verschiedenen Getränken, z.B. Cidre, sondern auch mit selbstgebackenen Madelaines. Dieses typisch französische Gebäck kann man mit folgenden Zutaten herstellen: Butter, Zucker, Eier, Vanille, Mehl, Backpulver, Salz und gehackte Pistazien. Sie haben im Original die Form einer Jakobsmuschel und wurden dereinst nach einer Köchin am Hofe des Herzogs von Lothringen benannt. In seinem Werk „Auf der Suche nach der verlorenen Zeit“ befasst sich der Schriftsteller Marcel Proust über mehrere Seiten mit dem Gebäck. Man kann sie jedoch auch einfach nur genießen.